IT Gruppe Geisteswissenschaften
print

Links und Funktionen

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Studienstruktur / Information

Ziel des Zertifikatsprogramms

Durch den Einzug digitaler Methoden in die Geisteswissenschaften befinden sich Forschung und Lehre derzeit in einem grundlegenden Wandel. Die Erlangung digitaler Kompetenzen erfährt vor diesem Hintergrund eine zunehmende Bedeutung. Das Zertifikat soll für Studierende ein Anreiz sein, sich kontinuierlich in zentrale Felder der digitalen Geisteswissenschaften einzuarbeiten. Durch das Zertifikat erhalten Sie einen Nachweis über wichtige Schlüsselkompetenzen, die für Ihr späteres Berufsleben innerhalb und außerhalb der Wissenschaft hilfreich sein können.

Die Veranstaltungen des Zertifikatsprogramms orientieren sich an folgenden Vorgaben:

  • Kursorische Einführung in das interdisziplinäre Fachgebiet "Digital Humanities"
  • Vermittlung grundlegender theoretischer, methodischer und anwendungsorientierter Kenntnisse an der Schnittstelle zwischen Fachwissenschaften und Informatik
  • Befähigung zur selbständigen Anwendung grundlegender digitaler Methoden auf fachwissenschaftliche Fragestellungen sowie zur Arbeit in interdisziplinären Projektkontexten
  • Reflexion der Auswirkungen des technologischen Wandels auf Theorie und Methoden der Fachwissenschaften

Zertifikatsaufbau

Das Zertifikatsprogramm besteht aus fünf Modulen, die regulär in vier Semestern abgeschlossen werden. Es umfasst Pflicht- und Wahlpflichtmodule. Pflichtmodule (P) sind ausnahmslos zu absolvieren; aus Wahlpflichtmodulen (WP) können die Studierenden auswählen. Insgesamt sind alle vier Pflichtmodule sowie ein Wahlpflichtmodul zu belegen, sodass das Zertifikat mit 24 ECTS-Punkten abgeschlossen wird. Da die Lehrinhalte der Module aufeinander aufbauen, wird empfohlen, sie in der beschriebenen Reihenfolge zu absolvieren.

Barrierefreie Darstellung:


Semester

Grundlagen
(P 1)

Modellierung,
Strukturierung
(P 2)

Programmierung
(WP 1)

Statistik
(WP 2)
Analyse,
Visualisierung
(P 3)
DH in der Praxis
(P 4)
1. (SS) Internet Computing für Geistes- und Sozialwissenschaften
(P 1.1)

Einführung in Datenbanken
(P 2.1)

2. (WS) Einführung in die Programmierung mit Python
(WP 1.1)
Einführung in die Statistik (Grundlagen R)
(WP 2.1)
3. (SS) Webtechnologien
(P 3.1)
4. (WS) DH Praxisübung
(P 4.1)
Semester / ECTS636636

Modulbeschreibungen

Die Module des Zertifikatsprogramms bestehen jeweils aus einer Lehrveranstaltung, in der eine Modulprüfung zu erbringen ist.

P 1.1: Übung "Internet Computing für Geistes- und Sozialwissenschaften"

Im ersten Semester wird ein Einführungskurs einen Ein- und Überblick in die verschiedenen Bereiche der Digitalen Geisteswissenschaften ermöglichen. Dabei kann auf ein Modul der Virtuellen Hochschule Bayern (VHB) zurückgegriffen werden. Hierbei wird eine virtuelle Vorlesung durch Selbstlernaufgaben flankiert, für deren Bearbeitung Feedback durch Tutoren angeboten wird. Der inhaltliche Bogen wird von den Auswirkungen der Digitalisierung auf Wissenschaft und Gesellschaft, über die Funktionsweise von Rechnern und Fragen der IT-Sicherheit bis hin zu (spezifischeren) Digital Humanities-Themen wie WebGIS, Linked Data und Informationsvisualisierung gespannt. Die Teilnahme am Grundlagenkurs soll unter den Teilnehmern am Zertifikat einerseits für ein einheitliches Wissensniveau sorgen, andererseits erste Grundlagen (Begriffe, Themenfelder) für die Kurse in den nachfolgenden Semestern schaffen.

P 2.1: Übung "Einführung in Datenbanken"

Anhand eines ausgewählten, fachwissenschaftlich relevanten Datenbestandes werden exemplarisch und praxisnah Fragen der Datenstrukturierung behandelt. Dabei nimmt die strukturierte Aufnahme und Verarbeitung von Forschungsdaten eine zentrale Rolle ein. Nach einem Überblick über die verschiedenen Arten von Datenbanken (hier: hierarchisch, graphbasiert, relational), deren Charakteristika und sinnvolle Einsatzgebiete, wird im weiteren Verlauf die Arbeit mit relationalen Datenmodellen schwerpunktmäßig behandelt. Dabei lernen die Teilnehmer die Arbeit mit einem Datenbankmanagementsystem kennen (phpMyAdmin, HeidiSQL) und erlernen die Datenbanksprache SQL. Nach erfolgreichem Abschluss des Seminars sind die Teilnehmer in die Lage versetzt, Daten zu im- bzw. exportieren, zu modellieren und um Metainformationen anzureichern. Mit Hilfe von SQL können Analysen im Datenbestand durchgeführt werden und darauf basierende Aussagen eingeordnet werden.

WP 1.1: Übung "Einführung in die Programmierung mit Python"

Ziel dieser Übung ist das theoretische Kennenlernen und praktische Arbeiten mit grundlegenden Konzepten der anwendungsorientierten Programmierung, beispielsweise die Verwendung von Variablen grundlegender Datentypen mitsamt verschiedener Operationen darauf. Die Teilnehmer werden in die Lage versetzt, einfache Programmieralgorithmen zu implementieren, Dateien zu verarbeiten, Programmcode zu modularisieren und eigene Funktionen zu definieren und externe Module einzubinden. Dies erfolgt anhand der einsteiger-freundlichen (interpretierten) Skriptsprache Python, die sich nicht nur im Bereich akademischer Bildung zunehmender Beliebtheit erfreut.

WP 2.1: Übung "Einführung in die Statistik (Grundlagen R)"

Zur Analyse größerer Datenbestände sind Statistikkenntnisse unerlässlich. Um die im Datenbankkurs generierten Forschungsdatenbestände auswerten und visualisieren zu können, werden in dieser Übung grundlegende statistische Konzepte vermittelt. Nach einer Einführung in mathematische Grundlagen statistischer Testverfahren wird die überwiegend für statistische Zwecke genutzte Sprache R erlernt und das erworbene theoretische Wissen mit der Software R Studio praktisch umgesetzt. Dabei werden verschiedene Visualisierungsformen (z.B. Diagramme, Heat-Maps, Plots) vorgestellt und ihre Einsatzmöglichkeiten diskutiert.

P 3.1: Übung "Webtechnologien"

Aufbauend auf den Kenntnissen aus dem Datenbankkurs und der Programmier- oder Statistikübung wird in der Übung Webtechnologien in verschiedene Bereiche der Datenvisualisierung und Ausgabe im Web eingeführt. Dabei kann auf die Datensammlungen des ersten Semesters aufgebaut werden. Auf Basis der sogenannten "Quirin"-Oberfläche wird den Teilnehmern der Aufbau einer Webseite mit Suchmaske und weiteren Funktionalitäten vermittelt. Mit Hilfe von Grundkenntnissen in HTML, CSS, JavaScript passen die Teilnehmer ihre eigene Quirin-Instanz an und verknüpfen diese mit ihren Datenbeständen. Ausgehend von ihrer "ersten eigenen Webseite" werden Formen der Visualisierung vorgestellt und in der Praxis umgesetzt.

P 4.1: Übung "DH in der Praxis"

Am Abschluss steht ein gemeinschaftlich mit Studierenden der Informatik/Statistik durchgeführtes Praxismodul. Je nach Teilnehmerzahl erarbeiten geisteswissenschaftliche Studierende und ihre Kommilitonen aus der Informatik/Statistik in Kleingruppen eine (geisteswissenschaftliche) Projektidee, die sie während des Semesters gemeinsam umsetzen. Der inhaltliche und technische Rahmen ist dabei weitgehend frei. Ziel der Übung ist die Erfahrung der Arbeit in interdisziplinären Teams, wie sie für den heutigen (wissenschaftlichen) Berufsalltag zunehmend an Relevanz gewinnt. Geisteswissenschaftliche Studierende, die zu diesem Zeitpunkt bereits über solide IT-Basiskenntnisse verfügen, können das Erlernte noch einmal vertiefen, Informatik-/Statistik-Studierenden eröffnen sich neue inhaltliche Horizonte, da sie in ihrem Studium nicht unbedingt mit geisteswissenschaftlichen Fragestellungen in Berührung kommen.

Downloads